I wouln’t be a liar..
>Anne<

~heute~ 13.01.2007

Ich sah sie unvermutet am gestrigen Tag. Wie ich innerlich zitterte, gott, ich habe es so vermasselt. Ging an ihr vorbei. Ging weiter. Ging mit mir ins Gericht, "du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfängst, die dir gegeben ist. Genau Gandalf, danke." Jagte ihr hinterher, sie schien weg. Völlig fertig auf die K2 zurück, Tür öffnet sich, sie steht dort, ein Augenblick, sie dreht sich um, geht zu den anderen Schwestern, meine Beine sind Wackelpudding. Müßhsam schleppe ich mich ins Arztzimmer, überlege.. was sagen? Sie verlässt die Station, mein Blick zu nem Bekannten, ich stürze hoch, als hätte ich erfahren, dass ein Mini Copper für mich vor der Tür steht. Sie steht ein zwei Meter weiter, spricht mit nem Arzt. "Letzter Tag Urlaub, danach ins andere Krankenhaus" Wow, was so wenig Worte anrichten können, ich hätte mir am liebsten den Schädel eingeschlagen. Ich gehe wieder an ihr vorbei. Gehe wieder zurück, sie ist weg. Ich habe seit Jahren nicht mehr so geflucht. Zur K2 zurück, den Kopf schüttelnd, Hände am Kopf, überm Kopf, Arme Hoch, Durchatmen, Grinsen. Ihre Nummer in der Schwesternliste. Ins Schwesternheim, in meine Wohnung gelaufen, Handy angesehen, in den Spiegel geguckt, geschmunzelt, dass mein Hals sich zuzieht. Dies Gefühl der Schwäche hat mir 1 1/2 Jahre gefehlt. Eine absurde Mischung aus Angst und absolutem Glück. Ich fahre nach Hause, fluchend, mich wundernd, wieder grinsend, fluchend, es tat so gut wieder wie früher etwas empfinden zu können, was einen dazu treibt völlig irrational zu denken und zu handeln. Mit der Zeit verliert man Naivität, macht Erfahrungen, denkt rationaler - man darf jedoch nie einen Teil dieser kindlichen Naivität verlieren, sie erst führt mit Hoffnung und der richtigen Sichtweise zu den Handlungen, die man spontan, völlig verknallt, dusselig und nur halb zurechnungsfähig in seinem Kopf plant - es sind die Dinge, an die man sich mit Sicherheit erinnern wird.

Habe jetzt das Telefonbuch durchgeackert. Es gibt in allen umliegenden Dörfern und Celle selbst nur 7 Familien mit ihrem Nachnahmen. Ich fange hinten an. Ob das schon Wahnsinn ist? Oder einfach nur der Gedanke, dass man wieder Bestandteil von etwas Größerem ist, einem alles umschließenden Prinzip? Ganz egal, ob sie mich für verrückt hält, aber ich muss sie fragen.

faustus

 

13.1.07 19:34


>Verhohnepipeln<

~heute~ 13.01.2007

Man wird gemeinhin immer unsicherer, was die Erziehungsinhalte angeht, oder ja? Zudem steigt die Divergenz zwischen denen für das heutige Leben sinnvollen Handlungs- bzw. Denkweisen und jenen, die rein moralisch gesehen "richtig" sind. Bestes Beispiel:

Man soll nicht lügen. Verhohnepipeln, auf gut deutsch-gossen-slang: verarschen, zähle ich der Beweisführung wegen hinzu. Lügen ist vom rein moralischen Standpunkt aus verwerflich. Realitätsbezogen sollte man diesen Standpunkt jedoch des Öfteren verwerfen, Moral hin oder her; denken zumindest viele. Man hat es leichter, sagen andere.

Was mich zum Schmunzeln brachte ist folgende Geschichte vom vergangenen Mittwoch:

Mutter K. Mustermann kommt mit ihrem Sohn Thorben zum H-2-Atemtest. Zur Erläuterung vorweg: Ihr Sohn war in Begleitung ihres Ehemanns bereits in der Woche davor zur Vorstellung erschienen - der Test konnte jedoch nicht stattfinden, weil sich klein Thorben (und diese Information ist wichtig: er ist gerade drei geworden), vehement weigerte, die in 250 ml Wasser gelöste Lactose zu trinken. Auf die Frage, wie es nach Bestechung aussähe, versicherte mir der Vater, dass "Thorben leider unbestechlich sei." Moralisch gesehen... einwandfrei. Auch wenn das "leider" einen Nachgeschmack hinterließ.

 Nun sollte es also die Mutter richten. Da Thorben im Verlauf der vergangenen Woche anscheinend seinen Gefallen an der eigenen Korruption gefunden hatte, sollte der erneute Versuch Erfolg verheißen. "Nur mit Strohhalm trinken", brachte er in postulierender Form hervor. Die Mutter, ausgerüstet mit Geduld und eigenem Trinkbecher, nahm sodann den von mir beschafften Strohhalm entgegen und überließ ihn dem autonärrischen Thorben (ein Spielzeugauto war sein Preis). Der trank die ersten 50 ml... weigerte sich aber erneut und dies mit beachtlichem Engagement. Ich geb gern zu, dass es einer dieser elenden, tyrannischen Rotzblagen war, die einen schon nerven, wenn man sie nur sieht.

Als die Mutter ihn nun drängte, es gäbe kein Spielzeugauto, wenn er nicht tränke... nahm er den Strohhalm erneut in den Mund und... tja, was tat er da eigentlich? Er schluckte, aber die Lösung wurde nicht weniger. Da der Strohhalm durchsichtig war, konnte man folgendes deutlich erkennen: Der dreijährige Thorben war, bzw. hielt sich für so clever, dass er dachte, seine Schluckgeräusche würden darüber hinwegtäuschen, dass er die Lösung nur exakt bis kurz vor Ende des Strohhalms sog.

Mutter Mustermann, immernoch geduldig, wenn auch mit erhöhten Stresssymptomen ... wartete. Sprach ihm gut zu. Wurde dann aber doch unruhiger, meckerte und mahnte zur Eile. Gab vor mitzutrinken, merkte aber noch immer nicht, wer hier eigentlich mit wem spielte. Ich schmunzelte nur vor mich hin, ich hatt' ja Zeit.

Als es ihr nach 10 Minuten endlich aufging, fiel folgender Satz:

"Thorben ... UND FÜR'S VERARSCHEN GIBT'S ERST RECHT KEIN AUTO"

Während ich dachte: Also wenns überhaupt ein Auto gibt, dann doch nur dafür. Der junge Thorben war zwar noch kein Großer, aber er hatte in nur kürzester Zeit einige wichtige Grundprinzipien gelernt.

Dass er aufflog ... naja, mangelnde Übung, aber bei der Geschwindigkeit, in der er die Vorteile der Korruption und die Kunst des Verarschens (vor allem aber ihren Nutzen) erlernt hat, gebe ich ihm nur drei vier Jahre, bis er auch ein ganz Großer ist.

Weitere Zukunftsprognosen spreche ich nun allerdings nicht aus. Ich will nicht wieder flüstern müssen: "ich hab Euch gewarnt, ich hab Euch wirklich gewarnt."  Auf mich hört ja auch keiner. Gott, ich fühl mich schon wie Thorbens Mutter.

>faustus< 

 

13.1.07 03:07


>Buridans Esel an 'nem Samstag<

~heute~ 06.01.2007

Ich habe mich noch immer nicht daran gewöhnt, nun 2007 zu tippen; die Gewohnheit wird mir brüderlich zur Hand gehen, um diesen kleinen Fehler auszumerzen. Bis Sylvester wird sie es schaffen.

Nun, was haben wir heute auf dem Programm? Ich muss wieder Gitarre lernen - meine Erwartungen an mich selbst wollen nicht enttäuscht werden. Ich bin eben wie die meisten auch nur Sklave meiner selbst.

Sklave, Zwang, gezwungen, Überleitung: Da ich mehrere Jahre nur per ISDN im Internet surfen konnte, hat sich dies seit dem gestrigen Tag geändert. Jahaa, DSL heißt das gute Surfbrett, das mich aufs Datenmeer geleitet. Endlich für Downloads nicht mehr den Hamster im Laufrad auspeitschen, sondern ganz genüsslich mehrere Dateien gleichzeitig, ohne Peitsche und davon hat auch der Hamster etwas. 3 Jahre ISDN müssen nun also nachgeholt werden, ich weiß kaum, wo ich anfangen soll.

 Sonstiges zur Verfassung:

Samstag ist normalerweise immer etwas los, ob nun Kneipe, Videoabend, Pokern oder Restauranttour .. heute werde ich wohl nichts machen, ich kann micht nicht entscheiden. Lieber mit meinem Bruder eine DVD reinziehen, aber wir haben zwei neue und irgendwie... fällt die Wahl schwer. Ich muss mich noch bei der Universität einschreiben und außerdem Gitarre spielen (üben, um präzise zu sein) .. argh. Im Kühlschrank liegt meine Cola, aber ich bin viel zu faul, um aufzustehen. Außerdem wollte ich noch soviel lesen, aber wie Schopenhauer korrekt bemerkte: Viele verwechseln das Anschaffen eines Buches mit dem Lesen desselben. Oder so ähnlich.

Was solls, für heute bin ich Esel, I-AH und damit schönen Samstag.

>faustus< 

6.1.07 16:56


>Betäubung<

~heute~ 01.01.2007

Wenn ich keine so große Aversion gegen Drogen aller Art besäße.. und nicht jeden Morgen versuchte mir mit Selbstachtung ins Gesicht zu sehen - ich würde mir irgendetwas reinschmeißen, um meine Gedanken zu betäuben. Ich schaffe es nicht mit Musik, auch Filme wirken nicht. Eine Balance herzustellen vermag ich nicht; ich bin quasi gezwungen, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Zukunft, darum geht es.

Da heißt es, hier komm, studieren zum ersten April. Such dir die Uni aus, dein Fach und leg los. Mal davon abgesehen, dass kein einziger Studiengang, den ich wählte, im Sommer beginnt... kommt hinzu, dass die Studiengänge, die ich im Auge hatte, sehr schlechte Berufschancen mit sich bringen. Journalismus zum Beispiel. Niedriges Gehalt etc.

Wenn ich soviel könnte wäre das gar kein Problem, aber ich denke nicht, dass mir viele Studiengänge lägen. Auch ich gehöre wohl zu jenen Menschen, die eher 100 Studiengänge ausschließen könnten, als einen zu benennen, den sie mit Überzeugung belegten.

Und es lässt mir einfach keine Ruhe... Spiegelartikel, Hochschulranking der ZEIT, Fristen, ZVS.. ich bekomm keine Ordnung in das Gedankenchaos. Alles was bleibt ist eine Ohnmacht in Kombination mit einem Drücken im Hals und der nicht ganz irrelevanten Frage im Schädel, wohin man gehört.

Es ist ja nicht so, dass man sich hier zwischen Eissorte a und Eissorte b entscheidet.. oder zwischen den weißen Sneakers oder den braunen Straßenschuhen.. man fällt ein fast definitives Urteil über sich selbst, seine Zukunft. Ich will nicht mosern, das müssen alle. ... Und früher.. ja "früher musste man mit 13 in den Krieg", also soll sich unsere Generation nicht so anstellen, höre ich schon die älteren Generationen zurückmosern.. sicher, da mag etwas dran sein. Aber "mit 13 in den Krieg" ist immerhin eine Perspektive, wenn auch eine trostlose, zugegeben - aber heute? Heute liest man von arbeitslosen Hochschulabsolventen. So rosig klingt das auch nicht.

Genau für diese Gedankengänge brauche ich Betäubung; ich habe es statt darüber nachdenken zu müssen, was aus mir wird, wenn ich den falschen Studiengang erwische. Oder den falschen Beruf, der mich schon nach 3 Jahren so frustet, dass ich mich bei eBay nach gebrauchtem Seil umgucke, weil ich mir neues schon gar nicht mehr leisten kann/will.  

Leben ist das, was man anpackt, Zeit, die man nutzt, Verwirklichung dessen, was Glück beschert. Wenn ich so darüber nachdenke.. eigentlich eine riesige Suche. Ich wüsste nur gern wo ich anfangen muss, damit ich  etwas finde, was sich zu finden lohnt.

Ich halte die Augen offen.

faustus 

P.s.: Frohes neues Jahr.. auch wenn das purer Sarkasmus ist.  

1.1.07 16:11


>Fotos<

~heute~ 27.12.2006

Jahr geht zuende, lasst mich raten, verging wie im Flug? Also ich hab mich heut selbst dabei erwischt, als ich so einen ähnlichen Spruch fallen ließ. Man merkt immer wieder, wie selten man im Jetzt lebt.

Anbei: Neue CD, Nummer 417, glaub ich: Fotos - Fotos. Genialer Deutscher Indie-Rock. WERBUNG WERBUNG WERBUNG!!

 >faustus<

27.12.06 20:52


>Scheißblog<

~immernoch heute~ 25.12.2006

da schreibt man eine geschlagene Stunde an einem Blog.. nur um dann zu erfahren: "sie waren nicht eingeloggt" wie bitte schön? Da könnt ich platzen. Zehnmal, bis das letzte Haar geplatzt ist.

Und auch bei folgendem, das ich aus Gründen der mir verhassten Wiederholung nur Stichwortartig aufschreiben werde:

Man lernt sich kennen, IcQ-Nummern, Stadtspaziergang, Sms, Wartenlassen, weil angebliche Steigerung des Interesses, stattdessen Langeweile und Anödung, Zweifel ob sich das Warten eigentlich lohnt. Fotoaustausch, nur um dann wieder auf Sms warten zu lassen, lass uns doch wie die Kinder mit dieser Scheiße weiterspielen, das macht nicht interesant, sondern gewöhnlich, gott mädchen ich geb dir doch noch Zeit bis Neujahr, sonst ruf ich eine andere an.

> i got an electric guitar, i play my stupid songs, i write these stupid words and i love everyone <

faustus

25.12.06 18:58


>Halt dich an deine eigenen Forderungen<

~heute~ 12.10.2006

Abermals eine neue vor Intelligenz strotzdende Kartoffel namens ... gott, die ist so unbedeutend, da ist mir der Name gleich entfallen. Der Song: "Fick dich". Stimmig, klar fixierter Problempunkt, offensichtlich ein völlig neuer Inhalt, der die Musikwelt immens bereichert. Das Mädel, geschminkt auf 20, wahrscheinlich aber Realschule, 10. Klasse, zweimal nachgesessen selbstverständlich. Jedes Brot würde mich umbringen, wenn ich jetzt sagte: dumm wie Brot. Und ein Haufen Scheiße ist das auch nicht, denn Scheiße macht Arbeit, ein Haufen Scheiße macht einen Haufen Arbeit. Elefantenscheiße zum Beispiel. In Relation gesehen ist sie ergo ein Mäuseköddel, womit ich natürlich nicht Mäuse diffamieren möchte - ihre Arbeit ist wahrscheinlicher sinnvoller, als die der sog. Künstlerin.

Drum auch hier, wie bei der anderen Vakuumkopf-Besitzerin, die schon "laber kein scheiß, baby" "gesungen" hat: Ihr lieben lieben naiven, von der Musikindustrie geknechteten Semmelknödel (an madame "fick dich": zieh deinen schlafanzug aus, du musst erst um 20.00 ins Bett): Labert keinen Scheiß und *peep* Euch. Danke schön.

faustus

 

P.p.s..: Ich weiß, ich weiß, man gibt dem Kunden nur, wonach er dürstet, aber ... grausam oder nicht, manche Menschen sollte man dürsten lassen.

10.12.06 17:16


 [eine Seite weiter]
Start - Gäste - Link - Link - Link - Link - Made by
Gratis bloggen bei
myblog.de