I wouln’t be a liar..
>Faustus und die Frauen.04<

~heute~ 10.12.2006

Lichtgestalten erkennt man vor allem, weil sie a) in der Dunkelheit erstrahlen und b) verglichen mit anderen heller sind. Tatsächlich gibt es eine junge Frau, die mir eine ähnliche Faszination ins Herz gelegt hat, wie ich sie früher empfand, bevor mir mehrere Enttäuschungen den (naiven) Glauben zerstörten. Jeder verliert irgendwann seinen Glauben oder zumindest Teile davon; ich denke, das ist elementarer Bestandteil der Erneuerung, der Selbstfindung, der Gewissheit.

Sie hat Urlaub. Nun natürlich drängen Gedanken in mein Bewusstsein.. zum Beispiel: Wo? Mit wem? Hätte ich sie vorher fragen sollen? Wenn ich sie denn frage, wonach und was gebe ich dabei von mir preis? Wenn ich wirklich das Wagnis eingehen sollte, so zu sein, wie ich bin (wobei auch hier die Frage offenbliebe...wenn man verschiedene Charakterzüge hat.. welcher ist der, der einem letztendlich am ehsten entspricht?) ... wie hoch wäre meine Chance? Sie arbeitet im Übrigen auch im Krankenhaus, ich würde also öfters mit meiner Entscheidung konfrontiert werden, als mir eigentlich lieb ist.

Wie Schiller sagte, wer gar zuviel bedenkt, wird wenig leisten. Aber die, die nichts bedenken, können auch nichts in ihrer Vollkommenheit schätzen.

Stattdessen treffe ich mich mit einer neuen Bekannten. Naja .. also das Lernen der Gitarre läuft zumindest und ... wenn SIE dann irgendwann wieder da ist, vielleicht schreibe ich dann meinen ersten Song MIT Noten.

sonst alles gut, Pik 2 und Herz 7, I'm all in.

faustus 

10.12.06 17:07


>Zwischendurch<

~heute~ 25.11.2006

 Es ist schon erstaunlich, wievielen Abhängigkeiten wir unterworfen sind. Wovon die seelische Ruhe abhängt, wobei... seelische Ruhe wahrscheinlich der Zustand vollkommener Unabhängigkeit ist, aber das kommt wohl auf die Definition an.

Abhängigkeit vom Internet, von eMails, von kostenlosen Sms, von ebay, amazon und etlichen anderen Diensten - nicht, dass man wirklich abhängig wäre, denn man erwählt es für sich ja so - aber in diesem Fall bricht hier auf dem Lande das Internet zusammen und man fühlt sich wieder wie vor 100 Jahren. Also daher auch so lang keine Einträge mehr, was gibt es also, kurz zusammengefasst, zu berichten?

Ich hatte Geburtstag. Nicht dass dieses Ereignis jemals grundsätzlich etwas ändern würde, aber doch.. seitdem nenne ich ein Notebook mein Eigen und damit verbundene Sorgen, dass ich das W-LAN-System noch nicht ganz verstehe. Mein Handy, ausgerüstet mit all dem neumodernen Zeug, UMTS-fähig etc. verrichtet zwar auch seinen Dienst, die Synchronisation mit dem Notebook bleibt mir trotzdem versagt, ob nun das Bluetooth nicht funktioniert oder weiß-der-geier. Was ich weiß: Ist auch scheißegal, wer brauchts denn. Ok, hab letzte Woche vom Handy aus per Internet ein paar Pizzen bestellt, das war ne gute Sache. Ok, hätte ja auch anrufen können, aber bitte schön, wer will das denn so einfach?

War auf dem Mando Diao Konzert in Hannover, wohoho also holla die Waldfee, das hat gepfeffert, genial genial, hat sich auf alle Fälle gelohnt - Razorlight als Vorband haben zwar die Erwartung nicht ganz erfüllt, aber hey, Erwartungen vermiesen einem ja so manches - es war trotzdem klasse. Um damit wieder auf die Technik zu kommen: Hab per Handy sechs Videos aufgenommen, also Mando Diao, Live, Hannover, inmitten der Masse von zumeist überaus alkoholisierten 13-32 jährigen (kreischende Teenies, ich schmeiß mich von der Brücke) - die Qualität kann man vergessen, aber aha, der Punkt ist ja: "Alter, ich war letzte Woche aufm Konzert, hier, ziehs dir rein .... der schwarze Flecken, jop, der Sänger... und der Song, na "White Wall", hört man doch .. ja musst genau hinhören, du wurst, nichts von wegen, gerausche, ok ein bisschen vielleicht, aber es war genial, hier die Lichteffekte.. ja gleich nach dem schwarzen, da, hast es gesehen?!" Der Punkt ist: Geht hin, erlebt es selbst, Filme sind irreal. Andererseits ist es immer wieder ein merkwürdiges, begeisterndes Gefühl, wenn man am Vortag die CD in der Hand hatte, das Booklet durchging, die Fotos sah und diese Leute dann doch wirklich vor einem stehen. Genial irreal.

Arbeit läuft, auch wenn sich die Phase der Ermattung einstellt, soll heißen: Man hat alles schon gesehen, es kommt nichts neues und man sich quasi längst von der Gewohnheit gefressen sieht, die einen Tag pro Tag mürber macht. Nicht dass das schlimm wäre, ich lese so viel wie seit langem nicht mehr, die Hauptdramen Shakespears habe ich nun durch, Goethes Berlichingen auch, man schafft viel, wenn man die Zeit zu nutzen weiß.

Zur Zeit steht viel Pokern auf dem Programm - es ist berauschend, was man dabei über Menschen lernen kann, aber dazu später, ich geh mich dann ernähren.

faustus 

 

25.11.06 18:54


>Tuch der Sorglosigkeit<

~heute~ 29.10.2006

Ich hatte ein Mädchen kennengelernt, manche erinnern sich: Das Mädchen, das mich in Hannover treffen wollte.

Nach langem Hin und Her, vielen Sms und einiger Zeit trafen wir uns also doch. Sprachen über unsere Welten, die Musik, andere Menschen und uns. Gingen ins Kino, im Dunkeln berührten wir uns, küssten uns. Sie legte ihre Hand auf meine rechte Wange, es war, als würde sie mich in ein Tuch der Sorglosigkeit einkleiden. Zusammengekuschelt auf dem Bett sahen wir bei mir Mario Barth.. kein Mädchen hatte mich bisher so an der Wange berührt, so über den Kopf gestreichelt - ich fuhr sie um ca. 2 nach Haus, die Fahrt durch die Nacht war wie der Flug zweier nackter Seelen, ein Reich der Empfindung. Wir küssten uns, sagten Gut nacht.

Wir sprachen am nächsten Tag darüber, trafen uns zufällig im ICQ, ich wollte wissen, was ich tief in mir ahnte, wir spielten "Wahrheit", jeder stellt abwechselnd eine direkte Frage, die der andere beantworten sollte, bis einer aufgibt bzw. nicht antworten kann/möchte. Sie fragte, was ich von ihr denke. Sie verstand das Spiel. Ich erzählte ihr, dass meine Welt anders sei als ihre. Dass ich nichts von ständigen Discobesuchen halte, nichts von Wasserpfeifen, nichts vom Rauchen, nichts von Drogen, nichts von party-all-night-long, nichts von ständig wechselnden Partnern. Erzählte ihr wieder von meiner Welt, meinen Gedanken, was sie an mir nicht mögen wird...

 Ich glaube nicht, dass Menschen in unserem Alter ihre Welt von Grund auf in Frage stellen können, dass sie sie aufgeben würden.

Diese Aura des Frohsinns, ihr Tuch der Sorglosigkeit ...ich dachte, ich werde es vermissen, ich werde sie vermissen. Nicht sehr lange, dafür hat sie zuwenig persönliche Spuren in ihrem Leben, keine besonderen Spuren in meinem Leben hinterlassen, aber ich werd sie doch vermissen.

Sie meinte, sie wolle kurz nachdenken, ich gab ihr alle Zeit der Welt. Sie sagte, es täte ihr Leid, ich sagte, muss es nicht, ich danke dir vielmehr, leb wohl.

> Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder. <

faustus
 

 

29.10.06 13:52


>Perspektive.07.Etwas heroisches<

~heute~ 22.10.2006

3 1/2 Stunden Rasenmähen, eine etwa Fußballfeld-große Fläche mit einem Elektronischen Rasenmäher, den man so vor sich herschiebt. Dazu mehrere Kilo an Birnen, die ohne Muster überall im Wege liegen - alle 2 Minuten setzt das Messer aus, Reinigung, Bienen, Wespen, Birnenmatsch und nasses Gras.

Das Abspülen der völlig verdreckten Hände, das Gefühl danach unter der Dusche. Ich schmunzle.

> Bin ich ein Gott? Mir wird so licht! < 

faustus 

22.10.06 13:55


>Perspektive.06.Ausreden<

~heute~ 21.10.2006

Es heißt, du sollst nicht lügen. Andererseits wissen wir a) um den Nutzen der Lüge, b) dass Lügen inzwischen legitim ist und c) sogar ein Zeichen von Intelligenz sein soll. Wobei ich letzteres bezweifeln möchte, aber: Um eine wirklich gute Lüge zu erfinden, benötigt man schon komlexe Gedankengänge - man muss schließlich alle Gedanken des Gegenüber, den man belügt, einigermaßen einschätzen können, um die Lüge so zu konstruieren, dass er sie nicht erkennt. - Viel zu kompliziert, die meisten Lügen seien Notlügen, heißt es .. "bin ich kompliziert?" .."neiiin, wie kommst du darauf?" .. "stört es dich, wenn ich meine beste Freundin mitnehme?" .."nein, im Kino ist genug Platz" .. "mein exfreund hat mich auf einen DVD-Abend eingeladen, wir sind ja jetzt gute Freunde.. ist doch ok?!" ..."ja sehr gern und schatz, nimm bitte Kondome mit, ich möchte mir keine Sorgen machen" .. Fahrt doch bitte zur Hölle, ihr egomanen "lass-uns-doch-Freunde-sein"-Weiber.. aber das ist ein anderes Thema.

Wenn man schon nicht die Wahrheit sagen kann, was zugegeben oft sehr schwierig ist und man zu einer Notlüge, bzw. Ausrede greift: Bitte bitte seid kreativ. Je mehr Details eure Ausrede füllt, desto eher wird sie akzeptiert.

"Ich hatte Kopfschmerzen" .. och bitte, Kindergarten, Krabbelgruppe. "Wir haben spontan Besuch bekommen" ... jaja, der Weihnachtsmann mit dem Osterhasen im Sack, komm schon. "Thomas ist kurz vorbeigekommen, er hat morgen ein Date mit Mia - wir haben ein Picknick im Wald vorbereitet" .. ja .. doch, so in die Richtung. Sichert Euch ab, Ausreden-Alibis, nur für den Fall, euer Freund erkundigt sich - ruf Thomas an, erklär's ihm kurz: heute abend geburtstag bei sonstwem, weit weg, keine Lust, reagiert verletzt auf sowas, daher Ausrede, hab das und das kostruiert, falls er fragt, wie es gelaufen ist, dank dir.

Wenn man etwas von Freunden erwarten kann, dann Ehrlichkeit. Wenn man in manchen Momenten zu schwach für Ehrlichkeit ist: So seid verdammt nochmal kreativ und lasst euren Freund die Notlüge nicht merken, macht euch wenigstens Gedanken - wenn schon keine Ehrlichkeit, eine gute (und ich meine eine hieb- und stichfeste) Ausrede seid ihr ihm mindestens schuldig.

Ps.: Marie: Einfach nicht zu antworten ist auch elegant, zugegeben, ...ich erwarte aber auch nichts mehr, machs jut.

      Melanie: Geburtstagsfeier. *gähn* ja, kenn ich, nicht schlecht, hat man Zeugen. Wenn es keine Ausrede ist: wenn es dir wichtig gewesen wäre, hättest du dich darum gekümmert: machs gut.

Siehe einen der letzten Einträge: Lasst euch nicht die Zeit verschwenden.

> Verflucht voraus die hohe Meinung,

   womit der Geist sich selbst umfängt.<

faustus
 

21.10.06 11:12


>Einstellungsfrage<

~heute~ 19.10.2006

Ich bin gelangweilt. Angeödet. Sarkastisch... und fühle mich in meiner Trägheit zwar nicht gut, aber wohl. Fahre mit 60 über die Landstraße und hänge irgendwelchen belanglosen Gedanken nach. Links ein Baum, rechts eine Wiese, das schmeckt mir überhaupt nicht.

Ich war vorher auf einem Spaziergang durch die Stadt. Links ein Mülleimer, rechts eine Bank, das schmeckt mir auch nicht. Dachte, ich guck ein wenig nach Dingen, die man nicht benötigt. Vor mir eine ältere Dame, die, wie es scheint, für die gesamte dritte Welt Klamotten kauft.. hinter mir ein Herr, der mit seinem Aftershave dezent daran erinnert, dass frische Luft ein Gut ist, das man viel zu selten würdigt. Schmeckt mir nicht.

Nun sehe ich online zufällig eine junge Frau, auf deren Top steht: "I may not be mrs. right, but i'll fuck you until she shows up". Ein wenig ordinär. Hat aber was. Ist eine Aussage. Schmeckt mir irgendwie.

Wenn ich demnächst mit einer jungen Frau ausgehen sollte, werde ich mir vielleicht vorher so ein ähnliches T-shirt kaufen.

> Ich möcht mich gleich dem Teufel übergeben,

Wenn ich nur selbst kein Teufel wär! <

faustus

 

 

19.10.06 16:03


>Perspektive.05.Hintergrundmusik<

~heute~ (vom 12.10.2006)

Höre grad das neue Jet-Album. Wow, erfindet mir neue Worte, damit ich mich ausdrücken kann. Nun sitze ich hier, höre diese Klänge und da denk ich doch wieder an gestern: Ich liege auf meinem Bett, weil mich der Tag wirklich niedergezwungen hatte.. und da höre ich doch glatt etwas an der Tür, zack, Adrenalin, ich lebe, stehe auf, öffne die Tür, die Augen: so weit offen wie es noch keine Tür war.

In der einen Szene.. kennt ihr das? Du fährst aus dir heraus, nur um dich selbst ansehen zu können.. damit du mal wieder richtig lachen kannst. Ich meine... wer bereitet einen auf so etwas vor? Und dann... sie öffnet die Haare .. gott, guck nicht hin, nein, guck weg, zur Tür, auf den Boden, scheißegal .. sie öffnet nur die Haare und ich stelle mir die Musik vor, die in einem Film bei solch einer Szene laufen würde .. ich sehe doch hin.. diese Musik.. damm ..damm.. damdadadaadaadam. oder so ähnlich. Ich hab wahrscheinlich nur noch Blödsinn vor mich hingesabbelt, aber ...herrgottnochmal, wie soll ich mich auch aufs Reden konzentrieren können? Ich würde ihr am liebsten den ganzen Tag nur zusehen & zuhören, das würde reichen, das würde mir den Geist auf Wochen füllen.. [[und falls DU das gerade lesen solltest: das hätte ich dir schon längst gesagt, wenn wir uns nur einmal länger hätten sehen können ]]

> Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen. <

faustus 

19.10.06 15:28


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