I wouln’t be a liar..
>Dichtung.01.Ihr Klopfen<

~heute~ 12.10.2006

Es gibt viele Dinge, die Menschen inspirieren - Gefühle, Bilder, Landschaften, Worte, Menschen.. ich hatte seit ein paar Wochen nicht mehr gedichtet, weil mir irgendwie die Quellen verloren gegangen waren, bzw. sie versiegt schienen. Nun, gestern wurde ich inspiriert:

>>Ihr Klopfen. (11.10.2006)<<

Der Schall schickt seine Wellen,
mir den Geiste zu erhellen.

Wenn sie klopft, an diese Tür,
so rührt die Hand direkt ans Herz,
vergessen all der Weltenschmerz,
sie klopft ans Herz, an diese Tür.

Aus dunkler Sphären trautem Haus,
blick ich selten, blick ich nun hinaus.
All die Schatten, all die Brut
weicht der Hand und Sonnenglut.

So sei's ein Wort, nur eine Rede
das ihr Klopfen mir nur bringt -
wenn von zweifelreichem Wege
sie mich kurz zur Ruhe zwingt.

Wenn sie klopft an diese Tür,
so weichen all die Ängste mir.
Ihre Hand, so sei sie hier
am Herzen, an der Tür.

Nur ein Lächeln, nur dies Klopfen,
Schenk mir diese Seelentropfen.

 

faustus

12.10.06 09:31


>Faustus und die Frauen.03<

~heute~ 09.10.2006

Ich kann Frauen manchmal wirklich verstehen. Ich sagte: 'Manchmal.' Das heißt aber noch lange nicht, dass ich das Verhalten einzelner, vorzugsweise derer, die mir begegnen, billige oder gar toleriere.

Sicher mögen Männer auch Fehler machen, vielleicht sogar mehr, vielleicht sogar ähnliche, wenn nicht dieselben. Aber darum gehts nicht, wenn jemand danach dürstet, soll er sich die Tagebücher irgendwelcher besessener, Männerfressender, militanter, Salzstreuerin-benutzender Doppelnamen-tragender Feministinnen ansehen.

 Ich war am Samstag in Hannover. Einkaufen. 12.00 am Kröpcke, ab die Post, Galeria Kaufhof, P&C, Karstadt, Saturn, die Hauptpfeiler eines Rundganges eben. Per Sms erfahre ich, dass diese attraktive junge Frau, der ich vor einer Woche meine Nummer zugesteckt hatte (Applaus bitte, das war das allererste Mal), zufällig auch nach Hannover kommen wird, Einkäufe stünden an. Sie würde sich aber zwischen 15.00 und 16.00 wieder melden. Dehnbarer Zeitraum. Trotzdem nichts. Um 16:42 sitze ich im Zug. Um 16:53 ... immernoch. In diesem Moment ereilt mich nämlich die Kunde: '[Wir] sind dann um 18.00 Uhr in der Stadt, wo treffen wir uns?'

 Punkt 1: Unpünktlichkeit gleicht Unhöflichkeit, letztere kann ich schwer tolerieren. Aber das ist es gar nicht, eher folgendes:

Ich antworte also in einem Anflug von Bestürzung: 'Das tut mir Leid, also um 16.00 Uhr habe ich gewartet, aber nun bin ich mit Einkäufen fertig und wenn du heute abend ne Feier um 8 hast.. sorry, das wären... was, 1 1/2 Stunden? Sitze bereits im Zug'. Daraufhin sie: 'Toll, und was machen wir jetzt die ganze Zeit? Ist doch blöd, komm zurück.' ... .... .... Hm.

Punkt 2: "Wir". Herr Gott, die Frau ist 18, braucht sie eine Babysitterin für ihr erstes Date (dass sie eigentlich erst in drei Wochen haben wollte, um weiß-der-Geier-was vorher zu regeln)? Was soll ich mit ihrer Freundin? Am Ende ist das eine Psycho-Tante ... beäugt mich dann kritisch.. und erzählt mir von ihren Gangsterfreunden, wie sie Karnickel mit Zahnseide pflegt oder das Vakuum in ihrem Kopf an den Mann im Mond vermietet hat.. das muss ich mir nicht geben, aber hey: man muss ja nett sein, sonst ist man gleich unten durch. Man kann nicht einfach sagen: "Du bist mir sehr sympathisch, aber deine Freundin ist in etwa so intelligent wie sie männlich ist."

Ich habe mich abermals erklärt, darauf hingewiesen, dass es doch Unsinn sei, jetzt extra Geld zu bezahlen, zurückzufahren um dann gerade 1 Stunde zu haben (die ich auch noch mit der Bestie von Freundin teilen müsste)... wie Leid es mir täte und was sie morgen mache. Sie hat sich nicht mehr gemeldet.

 Punkt 2: Wenn mir etwas wichtig ist, dann kümmere ich mich darum. Und ich meine nicht, die "wichtige" Gartenarbeit. Was ich meine, ist: Wenn mir eine mich ansprechende Frau, die mir nicht nur rein optisch gefällt .. ihre Nummer gäbe... um mich zu sehen... also was macht man da als normaler Mensch? Scheiße, ich würde noch am selben Abend zu ihr fahren, wenn ihr das in den Kram passte. Sonst morgen. Übermorgen. Um 3 Uhr nachts, scheißegal. Warum ich mich erkläre? Nun, diese junge Frau von der ich spreche, meldete sich (als es vor 1 1/2 Wochen anfing) und gab parenthetisch zu verstehen: 'ach ist ja total lieb, knuff, ja also die nächsten drei Wochen passt es nicht, aber dann irgendwann, oder ich schiebe dich dazwischen'. Na super, danke, da stehe ich in der Prioritätenleiter mal glatt ganz knapp hinter Toiletten-Putzen.

Ich schrieb also auch am Sonntag. Sie erhielt die Sms um 10.00 Uhr früh. Keine Antwort. Um 17:00 rief ich auf ihrem Handy an, 6-maliges Klingeln, nichts. Sekundenbruchteile später klingelt mein Haustelefon (von dem ich anrief) .. in der minimalen Zeitdifferenz, die mein Daumen benötigte, um den Anruf-Annehmen-Knopf zu drücken, war es jedoch wieder verschwunden, Anruferanzeige: Ihre Nummer. Ich, ZACK, bei ihr angerufen: Mailbox. Hörer aufgelegt, tausendundeinen lästerlichen Fluch ausgestoßen, eine Sms mit "machs gut" verfasst, abgeschickt und Handy ausgemacht. Seitdem liegt das Handy abgeschaltet irgendwo.

Letzter Punkt: Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann Halbherzigkeit und Heuchelei. Anstatt zu sagen: 'Brotkrumen-zählen ist mir wichtiger, aber danke für deine Nummer, nichts für ungut, tschüss.' Nein, erst 1 1/2 Wochen Sms hin- und herschreiben, neue Handykarte, emotionale Achterbahn, Warten, abermals Geduld haben, Sms mit Worten wie 'süß', 'kuss' etc. empfangen, um dann wieder wütend zu sein, weil man als kleines Naivchen abermals verarscht wurde. Ok, kann mir egal sein, Geld diesbezüglich erst recht, aber es war Zeitverschwendung, wer gibt diesen Mensch das Recht, meine Zeit zu verschwenden? Einfach: Ich!! Das ist das Problem: solang man Vertrauen in Menschen hat, billigt man es automatisch, dass sie unsere Zeit verschwenden.

>Allein die Menschen sind nichts besser dran: Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.<

faustus

9.10.06 12:04


>Nachhängender Nachtnebel<

~heute~ 09.10.2006

Habe gestern meinen kleinen Bruder samt seiner Freundin um etwa 01:00 vom Bahnhof abgeholt. Konzert.

Auf dem Hinweg waberte ein Nebel auf der Landstraße, der mich von 90 auf 50 km/h und von Euphorie auf ein Stimmungstief hinunterzwang.

Dieser weiße Strudel, der wie ein jagender Geist um mein Auto schlich, glich in etwa meinen Gedanken, auf jene man sich bei so einer Nachtfahrt schließlich gut konzentrieren kann. Nun machte mir der dichte Nebel, diese klamme Decke, die Wassertropfen auf der Windschutzscheibe als Zeichen ihrer steten Präsenz hinterließ, unmissverständlich klar: gleich dieser Wolke, die für die Augen undurchdringlich scheint, befinde ich mich derzeit in einer meine Gedanken lähmenden Konfusion - es ist als hätte ich so manches Mal so viele Gedanken im Kopf, soviel zu beachten, auf soviel zu blicken, dass ich gar nichts mehr sehe.

Ähnlich dem Nebel erzeugt es eine unbehagliche Atmosphäre, eine Aura der Unsicherheit, aber auch der Wagnis und Gefahr - und was mich nachdem ich die Nebelfelder hinter mir ließ, aufmunterte war doch, dass ich zumindest eingetaucht war, denn ... das muss ich zugeben: Ich mag den Nebel.

> Ich schau in diesen reinen Zügen Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen. < faustus

9.10.06 11:20


>Warum es "die Eine" eigentlich nicht geben kann<

~heute~ 03.10.2006

Sollte man zu denjenigen gehören, die übertreiben rational denken und romantische Gedanken eher durch logische ersetzen.. so denke ich, wird man zugeben, dass es "Unsinn" wäre, an "Die Eine" (Frau/Lebenspartnerin/Seelenverwandte) zu glauben.

Es gibt etwas über 3 Milliarden Frauen. Wir heiraten nach den Statistiken zumeist eine Person aus ähnlichem Bildungsstand und treffen diese Person zumeist (laut PM) im Freundeskreis, bzw. Bekanntenkreis. Hinzuzufügen wäre, dass unsere Partner nicht viel älter, oder viel jünger sind als wir, je nachdem. Grob geschätzt bleiben also wieviel Frauen für einen 30-Jährigen, die er, rein theoretisch, zur Frau nehmen könnte? Ich habe keine Ahnung, aber selbst wenn es nur 10 Millionen weltweit sein sollten... muss man da nicht ein über alle Maße überzeugter Optimist sein, wenn man glaubt, dass man unter den 20-200 Frauen (je nach Mensch schätz ich), die man in seinem Leben kennenlernt, "Die Eine" ist? Warum sollte sie nicht in Japan wohnen oder in Amerika studieren? An Tagen wie heute, trübes Wetter ohne Regen, glaube ich nicht daran, dass man, gesetzt den Fall es gibt sie, seine "Eine" finden könnte.

> Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt,

  Und wo ihr's packt, da ist's interessant.<

faustus
 

3.10.06 13:35


>Ich fühl mich ausgestorben<

~heute~ 30.09.2006

 Wurde gerade gefragt, ob ich ein Foto vorbei schicken könnte. Also per Handy. In dem Moment ist mir klar geworden, gott verdammt, kein MMS, keine Kamera, alter, du bist mal sowas von ausgestorben hinter der Zeit zurück. Wenn mich morgen jemand fragt, ob ich mit meiner Uhr auch fernsehe, lass ich mir mein Grab schaufeln. Und sollte mich übermorgen jemand fragen, ob ich mit meiner Digitalkamera nicht ne Pizza bestellen könnte, lege ich mich geradewegs hinein.

 > Das ist der Lauf der Welt <

faustus 

30.9.06 20:01


>Faustus und die Frauen.02<

~heute~ 29.09.2006

Ich ging durch die Stadt, in der linken Hand die Einkaufstüte, in der sich die (in der Breite) geänderte Anzugshose befand. Jeans, orange-farbenes Shirt, Kapuzen-Jakko drüber, argh, hätte ich es geahnt, ich hätte eine bessere Kombination gewählt, ich meine ""warum"" treffe ich an dem Tag, an dem ich verloddert in die Stadt gehe.. aber von Anfang an. Dienstschluss, erst einmal zu Karstadt, neue Musik suchen. Dvd-Abteilung, "the wild bunch" und "a beautiful mind" endlich reduziert, eingepackt, zufrieden. Ok, nach meinem Gefühl müsste es um 15.00 Uhr sein. Warum nach Gefühl? Mit Uhr fühle ich mich unfrei.

Naja, die Hose abholen, 9 Euro, fairer Preis, oder auch nicht, letztlich war es mir egal, ich war nur angenehm überrascht, dass es ausnahmsweise a) zum vereinbarten Zeitpunkt geschafft wurde und ich b) nicht wie üblich auf eine entfesselte Rentnergruppe warten musste.

Ich stelle den MP3-Player wieder an, Mando Diao - Good Morning, Mr Horst. Absurder Titel, geiles Stück, ich fange wieder an mitzusummen, Himmel, "ein guter Tag, zugegeben." Ein Freund sitzt im Eiskaffee, ein Wink, ein Kopfnicken, ein "Hallo wie geht's", "du bist eingeladen", ein Gespräch beim Früchtebecher, ohne Sahne, herrlich, es sind die einfachen Dinge. Aufgestanden, Kapuzenjakko wieder drüber, ABER ZACK, da kommt sie mir entgegen, das dritte Mal in den letzten zwei Wochen, dass ich sie sehe... und gott, sie hat "hallo" gesagt, zum ersten Mal, ich höre reflexartig ein verstümmeltes "Hi" meinen Mund verlassen, die Vernunft setzt aus.. ich schalte in den dritten Gang, gehe, ja laufe fast .. irgendwohin. 7 Sekunden vergehen:

"Man man, Leben ist was man draus macht, dreh dich um, scheißegal, renn hinterher, komm schon".

"Kannst du nicht bringen, was sollst du schon sagen".

"Spontan nach Kino, Theater, Eis, von mir aus Verstecken-Spielen fragen, i-r-g-e-n-d-e-t-w-a-s."

"Sie sagt "nein"".

"Vielleicht nicht".

"Sicher sagt sie das."

"Tolles Selbstbewusstsein".

"Nein, mein Hang zur Illusion, sie hätte vielleicht "ja" gesagt".

 

Es sind eben doch die Situationen, die einen unverhofft und unvorbereitet um etwa 16.00 Uhr treffen....die einen völlig umhauen, die "einfachen Dinge", die "Spuren hinterlassen".

> Ihr seid noch ziemlich wohlgebaut,

An Kühnheit wird's Euch auch nicht fehlen,

Und wenn Ihr Euch nur selbst vertraut,

Vertrauen Euch die andern Seelen;<


faustus

29.9.06 16:07


>Perspektive.04.Ein Mensch mit Immigrationshintergrund<

~heute~ 27.09.2006

Ich bin in meiner Dienststelle heute auf einen Deutschen mit Immigrationshintergrund getroffen. Man könnte auch "ehemaliger Ausländer" sagen, aber bei der heutigen, blutrünstigen und paranoiden Presse, die in ihrer "Ich-habe-einen-Nazi-enttarnt"-Mentalität selbst 4-jährige die dem Italiener (würde da jemals jemand die oben benutze Formel verwenden?) kein Trinkgeld gegeben haben, an den Pranger stellt, will ich versuchen, die richtigen Worte zu finden.

Ich denke Immigration ist kein einseitiger Prozess. Vielmehr erfordert er bilaterale Aktivität, die in meinen Augen leider noch lange eine Utopie bleiben wird.

Ich könnte bei gewissen Schulen in Berlin anfangen, aber ich lasse es. Gehen wir zu einer anderen Institution über: dem Krankenhaus. Das Kind ist krank, es kommt auf Station. Man fragt die Mutter: "Was hat denn das Kind?" .. betretenes Schweigen, die Mutter guckt verständnislos, peinliche Stille geht mit der Unfähigkeit zu kommunizieren Hand in Hand. Plötzlich, ein Schwall an Worten, Sätzen .. aber die Ärzte verstehen sie nicht. Wie auch? Sind sie Nazis, weil sie kein Russisch, Kurdisch oder Italienisch gelernt haben? Ist eine Krankenhausbelegschaft etwa rassistisch, nur weil sie nicht genügend Übersetzer bereitstellt? ... Wäre es etwa zuviel verlangt, wenn Menschen die hier wohnen, die hier leben und das vielleicht schon seit Jahren, die Sprache des Landes lernen? Was machst DU/machen SIE , wenn sie nach Frankreich ziehen? In Norwegen leben wollen?

Ich meine, es kann mir ja eigentlich Wurst sein. Toleranz auf unsere Fahnen. Aber.. -das obligatorische 'Aber'- wenn ich mit dem Kind einen Test mache, von dem abhängt, ob es eine schwerwiegende Krankheit besitzt, dann möchte ich verstanden werden. Ok, ich werde oft missverstanden, das ist nicht der Punkt. Aber wenn es um diese Dinge geht, die vielleicht lebenswichtig sein könnten.. so ist es in meinen Augen einfach nur verantwortungslos. Da treffe ich auf Ärzte, die den Kopf schütteln, weil Kinder in der nächsten Woche wieder im Krankenhaus sind, weil die Erziehungsberechtigten nicht verstanden haben, wie sie sich zu kümmern haben, weil sie die Sprache gar nicht sprechen.

Wie gesagt... mir könnte das schnurzwurst sein, ob ich das Kind in der nächsten Woche noch einmal sehe. Vielleicht ist es purer Egoismus, aber bitte bitte, man könnte seinen Kindern und sich selbst dadurch sehr viel ersparen, soviel mehr ermöglichen und auch Vorurteile abbauen, wenn man Deutsch lernen würde..

So, ich gehe jetzt zur Eisdiele meines Vertrauens und bestelle mir beim Deutschen mit Immigrationshintergrund mein "rassistisches" (weil weißes, ich kenne euch Journalisten doch) Zitroneneis.

> Aber ach! schon fühl ich, bei dem besten Willen,

Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen. <

faustus

 

27.9.06 17:47


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
Start - Gäste - Link - Link - Link - Link - Made by
Gratis bloggen bei
myblog.de