I wouln’t be a liar..
>Betäubung<

~heute~ 01.01.2007

Wenn ich keine so große Aversion gegen Drogen aller Art besäße.. und nicht jeden Morgen versuchte mir mit Selbstachtung ins Gesicht zu sehen - ich würde mir irgendetwas reinschmeißen, um meine Gedanken zu betäuben. Ich schaffe es nicht mit Musik, auch Filme wirken nicht. Eine Balance herzustellen vermag ich nicht; ich bin quasi gezwungen, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Zukunft, darum geht es.

Da heißt es, hier komm, studieren zum ersten April. Such dir die Uni aus, dein Fach und leg los. Mal davon abgesehen, dass kein einziger Studiengang, den ich wählte, im Sommer beginnt... kommt hinzu, dass die Studiengänge, die ich im Auge hatte, sehr schlechte Berufschancen mit sich bringen. Journalismus zum Beispiel. Niedriges Gehalt etc.

Wenn ich soviel könnte wäre das gar kein Problem, aber ich denke nicht, dass mir viele Studiengänge lägen. Auch ich gehöre wohl zu jenen Menschen, die eher 100 Studiengänge ausschließen könnten, als einen zu benennen, den sie mit Überzeugung belegten.

Und es lässt mir einfach keine Ruhe... Spiegelartikel, Hochschulranking der ZEIT, Fristen, ZVS.. ich bekomm keine Ordnung in das Gedankenchaos. Alles was bleibt ist eine Ohnmacht in Kombination mit einem Drücken im Hals und der nicht ganz irrelevanten Frage im Schädel, wohin man gehört.

Es ist ja nicht so, dass man sich hier zwischen Eissorte a und Eissorte b entscheidet.. oder zwischen den weißen Sneakers oder den braunen Straßenschuhen.. man fällt ein fast definitives Urteil über sich selbst, seine Zukunft. Ich will nicht mosern, das müssen alle. ... Und früher.. ja "früher musste man mit 13 in den Krieg", also soll sich unsere Generation nicht so anstellen, höre ich schon die älteren Generationen zurückmosern.. sicher, da mag etwas dran sein. Aber "mit 13 in den Krieg" ist immerhin eine Perspektive, wenn auch eine trostlose, zugegeben - aber heute? Heute liest man von arbeitslosen Hochschulabsolventen. So rosig klingt das auch nicht.

Genau für diese Gedankengänge brauche ich Betäubung; ich habe es statt darüber nachdenken zu müssen, was aus mir wird, wenn ich den falschen Studiengang erwische. Oder den falschen Beruf, der mich schon nach 3 Jahren so frustet, dass ich mich bei eBay nach gebrauchtem Seil umgucke, weil ich mir neues schon gar nicht mehr leisten kann/will.  

Leben ist das, was man anpackt, Zeit, die man nutzt, Verwirklichung dessen, was Glück beschert. Wenn ich so darüber nachdenke.. eigentlich eine riesige Suche. Ich wüsste nur gern wo ich anfangen muss, damit ich  etwas finde, was sich zu finden lohnt.

Ich halte die Augen offen.

faustus 

P.s.: Frohes neues Jahr.. auch wenn das purer Sarkasmus ist.  

1.1.07 16:11
 


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